Die Stimme ist ein körpereigenes Instrument – deshalb ist Körperarbeit in der Stimmtherapie unerlässlich. Eine eingeschränkte oder kompensatorische Glottisfunktion steht immer im Wechselspiel mit unserem muskulären Gesamtsystem – insbesondere mit den Artikulatoren, dem Ansatzrohr und dem Bewegungsapparat. Verspannungen in Zunge, Kiefer, Nacken oder Schultergürtel, eine eingeschränkte Beweglichkeit von Atlas oder Kiefergelenk sowie funktionelle Muster in Beckenboden, Zwerchfell oder sogar den Fußsohlen wirken systemisch auf das phonatorische und respiratorische Geschehen ein.
Auch wir Therapeut*innen haben einen Körper – und sind oft selbst auf der Suche nach sanften Wegen aus Verspannungen und Überlastung. Dieses Modul lädt dazu ein, die eigenen körperlichen Ressourcen zu stärken – für mehr Leichtigkeit in der Stimme und im therapeutischen Tun.
Wir widmen uns theoretisch und praktisch der Auflösung solcher Kompensationen – mit dem Ziel, die Stimmfunktion in ihre physiologische Balance zurückzuführen. Dabei verbinden wir funktionale Stimmarbeit mit körpertherapeutischen Ansätzen wie Feldenkrais, Faszientraining, Yoga oder Sensomotorics® nach Beate Hagen.
Inhalte und Ziele:
- Vertiefung der stimmphysiologischen Prinzipien in Theorie und Praxis: Zusammenhänge von Artikulatoren, pharyngealer Konstriktorenkette, Kaumuskulatur, Schultergürtel und Diaphragmenkette; Beuge- und Streckschlingen, Start- und Stoppmuster im Zusammenhang mit M. vocalis und M. cricothyroideus
- Kennenlernen und Erleben von sensomotorischen und mentalen Stimuli zur Regulation der Stimmfunktion
- Erfahrungsbasierte Übungen zur Verbesserung von sensorischer Wahrnehmung, funktionalem Hören und stimmlicher Selbstregulation – in Gruppen- und Einzelsequenzen
Fortbildungspunkte: 16, „Körper – kompakt“: auch als eintägige Fortbildung, 8 Fortbildungspunkte
