Resonanz ist weit mehr als nur das Mitschwingen von Luft in hohlen Räumen des Ansatzrohres. Sie umfasst auch die feine Vibration des Knochen- und Bindegewebes sowie der Schleimhautschichten im erweiterten Ansatzrohr. Diese Vibrationen sind über die Mechanorezeptoren im Inneren und an der Hautoberfläche spürbar, besonders wenn man mit den Händen die Schwingungen wahrnimmt.
In der Stimmtherapie geht es darum, diese Resonanz zu fördern und mögliche Einschränkungen zu lösen. Muskuläre Verspannungen oder Kompensationen im Ansatzrohr, den Diaphragmenstrukturen oder der Schulter-Nacken-Muskulatur können die Resonanz stark einschränken. Durch gezielte Therapieansätze können diese Verspannungen abgebaut werden, wodurch die Stimme an Tragfähigkeit, Klarheit und Brillanz gewinnt. Wir erleben dann eine stärkere Brust- und Kopfresonanz sowie eine verbesserte Tragfähigkeit der Stimme.
In diesem Modul geht es darum, die physikalischen Grundlagen der Resonanz zu verstehen und therapeutische Ansätze kennenzulernen, um die Resonanz gezielt zu entwickeln.
Inhalte und Ziele:
- Vertiefung der stimmphysiologischen Prinzipien: Wir beschäftigen uns mit der Schwingung und dem Schall, dem Unterschied zwischen Schall und Strömung, der Akustik des Ansatzrohrs und der Resonanzphysiologie. Dazu gehören auch die Rolle der Faszien, körperliche Durchlässigkeit und die Kymatik.
- Erkennen und Abbauen muskulärer Kompensationen: Wir lernen, welche muskulären Verspannungen die Resonanz blockieren und wie wir diese lösen können.
- Kennenlernen von sensomotorischen, auditiven und mentalen Stimuli: Diese helfen uns, die Stimmfunktion zu regulieren und zu optimieren.
- Praktische Übungen: In Gruppen- und Einzelübungen werden wir unsere eigene Resonanz erforschen, die sensorische Wahrnehmung schulen und funktionales Hören entwickeln.
Fortbildungspunkte: 16 (2 Tage), „Resonanz – kompakt“: auch als eintägige Fortbildung mit 8 Fortbildungspunkten erhältlich.
